Film: ‚Ich bin dann mal weg‘

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ich bin dann mal weg

Devid Striesow als Hape Kerkeling und Martina Gedeck als Mitpilgerin auf dem Jakobsweg

Seit Weihnachten 2015 läuft in den Kinos der lange angekündigte Film zum Buch von Hape Kerkeling mit dem gleichnamigen Titel ‚Ich bin dann mal weg‘. Ich habe den Film angeschaut und habe meine Eindrücke in einem Kommentar zusammen gefasst, siehe hier: Ich bin dann mal weg – Film
Ich bin gespannt auf weitere Kommentare.

By | 2016-01-12T11:56:07+00:00 Januar 2nd, 2016|Hospitaleras, Jakobspilger, Jakobsweg, Pilgerherberge|3 Comments

3 Kommentare

  1. Peter 8. Februar 2016 um 9:42 Uhr

    Hallo Josef,

    Ich bin den Camino Francés im September 2015 gegangen. Es ist eine der schönsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Ich glaube, auf dem Camino eine gute Mischgung gefunden zu haben zwischen alleine und mit anderen zusammen gehen. Vor allem durch die Meseta war ich alleine unterwegs und das für mich einer der eindrücklichsten Abschnitte auf dem Camino, vor allem auch spirituell.

    Ich habe Kerkelings Buch nicht gelesen und ging den Film aus meiner Erfahrung als Pilger heraus schauen. Ich war ziemlich enttäuscht. Striesow hat die Rolle sicherlich gut verkörpert, da gibts nichts zu meckern. Aber meiner Meinung nach wird der Geist des Caminos sehr sehr schlecht wiedergegeben. Erstens werden im Film, wie Du das auch beschreibst, Gegenden gezeigt, die nicht auf dem Camino sind. Zweitens wird das Leben in den Herbergen absolut falsch dargestellt. Es gehörte mitunter zum Schönsten, sich nach langen Etappen am späteren Nachmittag frisch geduscht mit Menschen aus allen möglichen Ländern bei einem guten Glas Wein auszutauschen. Und schlafen war überhaupt kein Problem (manchmal mussten halt einfach Ohropax ran). Wenn für Kerkeling die Suche nach Gott im Zentrum stand, ist das o.k. und darf im Film auch gezeigt werden. Aber das gilt nur für einen Teil der Pilger. Der Film hat für mich den Geist des Camino falsch dargestellt. Wenn sich Interessierte filmisch an den Camino rantasten wollen, empfehle ich eher „My Way“ mit Martin Sheen in der Hauptrolle. Ich finde, dass dieser Film den Geist des Caminos viel mehr zeigt.

    Ich persönlich werde den Camino wieder einmal machen, dann aber von der Schweiz aus. In der Zwischenzeit werde ich „weltliche“ Fernwanderungen machen wie zum Beispiel den Jurahöhenweg oder den Schwarzwaldsteig.

    Buen Camino!

    • Hospitalero 8. Februar 2016 um 10:53 Uhr

      Lieber Peter
      vielen Dank für deinen Kommentar. Mein ‚Favorit‘ bei den Jakobsweg-Filmen ist ‚Saint-Jacques – la Mecque‘ resp. ‚pilgern auf französisch‘. Aber auch der von dir erwähnte Film gefällt mir gut.
      Danke auch für die guten Worte zu den Pilgerherbergen. Wir führen in St.Gallen mit einem Verein die Pilgerherberge und hätten uns natürlich auch eine bessere Darstellung gewünscht, die etwas mit gelebter Realität zu tun hat.
      Buen Camino!

  2. Paul Schneider 4. Februar 2016 um 13:33 Uhr

    Lieber Josef

    Danke für Deine profunde Einschätzung. Ich habe Kerkeling’s Buch vor und nach meinem Jakobsweg nochmals durchgelesen und musste feststellen, dass Er recht wenig vom Zauber, der Stimmung und der Faszination des Jakobsweges herübergebracht hat. So wenig, dass ich vermuten muss, dass Er Vieles erfunden, auch nicht gepilgert, sondern mit dem Ö.V. abgefahren hat und dass der Schreiber als Ziel eine möglichst grosse Auflage anvisiert hat.
    Für mich ist nach wie vor der Reisebericht von Franziska (www.franziska.ch) das authentische highlight

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